Kolumne Tania Oldenhage, 25.04.2018

Portrait Tania OldenhageTania Oldenhage, Pfarrerin, Ev.-ref. Kirchgemeinde Fluntern

Es tut gut, den Horizont zu erweitern und die Dinge einmal von oben zu betrachten. Seit ich zum ersten Mal vom Turm der Grossen Kirche Fluntern geschaut habe, gehe ich anders durch die Strassen von Fluntern. Tramstationen, Baustellen, Spitäler, Geschäfte – ich kann sie seitdem besser einordnen.

Eine ganz besondere Horizont-­Erweiterungsgeschichte ist die Geschichte von der Himmelfahrt Jesu. Gut 40 Tage nach dem Trubel der Ereignisse in Jerusalem, dem riesigen Pilgerfest, der Verhaftung und Kreuzigung wird Jesus von einer Wolke in den Himmel getragen. Jesus wird herausgehoben aus allen Verwicklungen, Missverständnissen und Konflikten der damaligen Zeit. Der Wanderprediger aus Nazareth steigt auf in den Himmel und nimmt Platz zur Rechten Gottes. Von dort hat er den Überblick nicht nur über Jerusalem, sondern auch über Judäa, Samaria, über alle Länder bis an die Enden der Erde. So jedenfalls haben es sich die Menschen der damaligen Zeit vorgestellt.

«Auffahrt» ist einer der christlichen Feiertage, dessen Bedeutung nur noch «Insider» kennen. Dabei wird in der biblischen Geschichte eine Vorstellung lebendig, die unsere Fantasie bis heute beflügelt: Der Wunsch, über das grosse Wirrwarr unserer Zeit den Überblick zu gewinnen und damit die Fähigkeit, von oben die Dinge verstehen und einordnen zu können.

Tania Oldenhage

Agenda

Nächster Event am Samstag:

Waldführung Moosholzweiher

Moosholzweiher – zum Zweiten. Waldführung zum sanierten Biotop auf dem Züriberg. Anmeldedetails und Einladungsflyer folgen rechtzeitig.
Quartierverein Fluntern